{"id":1930,"date":"2014-09-25T08:46:47","date_gmt":"2014-09-25T08:46:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/?p=1930"},"modified":"2015-06-25T19:47:30","modified_gmt":"2015-06-25T19:47:30","slug":"tag-3-chandhigar-manali-ist-dir-auch-schlecht-indisch-racing-auf-3000m","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/tag-3-chandhigar-manali-ist-dir-auch-schlecht-indisch-racing-auf-3000m\/","title":{"rendered":"Tag 3: Chandhigar-Manali. &#8222;Ist dir auch schlecht?&#8220; Indisch Racing auf 3000m."},"content":{"rendered":"<p>Das andere Indien. Das tolle, das \u00fcppige, das unfa\u00dfbare Indien!<!--more--><\/p>\n<p>Chrinagarh &#8211; Manali. Und das in vollem Tempo!<\/p>\n<p>Dem Moloch Dehli sind wir mit einem 1st\u00fcndigen Flug nach Chrinaghar entronnen. Jetzt sind wir in Manali, dem Einstiegstor zum Himalaya.<\/p>\n<p>Unser Hotel \u201eHIGHLAND\u201c liegt, man ahnt es schon, etwas oberhalb des bunten Treibens des Gebirgsortes. Auf dem Hof warten 23 ROAYAL ENFIELD auf ihren Einsatz. Ein sch\u00f6nes Bild und der Grund f\u00fcr unser Kommen: Auf dem Motorrad durch den Himalaya! Ein Traum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus dem letzten Jahr wissen wir, dass die Maschinen perfekt f\u00fcr diese Umgebung gemacht sind: robust, zuverl\u00e4ssig und von einer unglaublichen Gen\u00fcgsamkeit. Wir fahren auf dem Enfield Modell \u201eBULLETT\u201c, 23 PS und somit f\u00fcr die heutigen europ\u00e4ischen Verh\u00e4ltnisse untermotorisiert sind sie in der Himalaya-Region das perfekte Fortbewegungsmittel, wie auf dieser Tour noch bewiesen werden sollte. Unser Model hat den sch\u00f6nen Namenszusatz Machismo. Und selten hatte der Satz &#8222;der Name ist Programm&#8220; eine gr\u00f6\u00dfere Richtigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gestartet sind wir heute Morgen um 4:00 Uhr zun\u00e4chst einmal mit der \u00fcblichen indischen Improvsation: Auf unserem Flug von Deutschland waren 23 Kilo Gep\u00e4ck erlaubt, die nat\u00fcrlich von allen Teilnehmern leidlich ausgenutzt wurden. Mit den zus\u00e4tzlichen ca. 50 Kilo Gewicht f\u00fcr die DANE Kollektion und die Fotoausr\u00fcstung stehen wir jetzt also vor dem Check In Schalter. Die Strategie von Buddhi Singh, dem Inhaber der uns betreuenden Organisation \u00e4hnelt einem Asterix &amp; Obelix Plan. Er (als Asterix) verwickelt die CheckIn Mitarbeiterin in eine Gespr\u00e4ch, in dem er es zun\u00e4chst auf die charmante Tour versuchen wird, um dann mit dem Hinweis auf die Internationalit\u00e4t der G\u00e4ste und der von der Regierung ausgerufenen Touristenfreundlichkeit die CheckIn Dame im bestimmten Tonfall darauf hin zu weisen, dass man (sie) ja nun wohl keinen \u00c4rger machen wolle wegen ein paar Kilo \u00dcbergewicht von man gerade 40%. Wir (als Obelixe) haben von ihm den Auftrag erhalten, die Gep\u00e4ckst\u00fccke in einer Frequenz und Bestimmtheit auf das Band zu legen, dass den entscheidungsschwachen Gehilfen am Band eine genaue Kontrolle unm\u00f6glich machen soll. Der Plan klappt.<\/p>\n<p>Als Zeichen ihrer Autorit\u00e4t verweigert die Schalter-Dame lediglich der \u00fcberdimensioniert Fotoausr\u00fcstings-Tasche die Aufnahme. Dieses wird von den Gehilfen zum Sperrgep\u00e4ck gebracht, erscheint dann bei der Ankunft in Chrinaghar aber mit gro\u00dfer Ruhe und Entspanntheit beim Normalgep\u00e4ck, w\u00e4hrend ich mit dem Mann am Sperrgep\u00e4ck plaudere. Indische Logik und wieder einmal ein anschauliches Beispiel f\u00fcr die hohe Improvisationkunst. Im guten alten Deutschland, h\u00e4tte man angesichts von cirka 200 Kilo \u00dcbergep\u00e4ck einen eigenen Flieger chartern k\u00f6nnen. In Indien versteht Buddhi nicht, warum ich dachte, wir h\u00e4tten ein Problem. \u00dcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, dass eine vergleichbare Methode auch auf dem R\u00fcckweg erfolgreich war.<\/p>\n<p>Einziger Unterschied: Nach 2 Wochen Indien habe auch ich nicht mit einem wirklichen Problem gerechnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Chrinaghar dann werden wir von 8 Wagen inklusive Fahrern empfangen, die allesamt augenscheinlich den gleichen Fahrsicherheitskurs absolviert haben. Wir m\u00fcssen an dieser Stelle allerdings das Wort \u201eSicherheit\u201c durch \u201eTempo\u201c ersetzen. Die Jungs fahren wie an der Perlenkette gereiht mehr auf der rechten als auf der linken Seite. Es sei an dieser Stelle daran erinnernt das in Indien Linksverkehr herrscht. Rechts bedeutet also \u00dcberholspur. Und noch weiter rechts bedeutet in aller Regel eine enorme Fallh\u00f6he.<\/p>\n<p>Trotz dieser Aussicht strahlen die Fahrer aber eine so gro\u00dfe innere Ruhe und Souver\u00e4nit\u00e4t aus, dass wir trotzdem in der Lage sind, uns eine kurze M\u00fctze Schlaf zu nehmen.<\/p>\n<p>Die einzige Irritation gibt es zu Beginn der heutigen Tour, denn unsere Fahrzeuge sind mit einem Hakenkreuz ausgestattet. Das ist in diesem Fall aber keine ironische Kennzeichnung f\u00fcr eine deutsche Reisegruppe, sondern das von dem schrecklichen Menschen adaptierte Zeichen ist ein Jahrhunderte altes Hindu-Zeichen, dass dem Fahrer Gl\u00fcck verhei\u00dfen soll. Und dies k\u00f6nnen wir auf unserem folgenden Trip wirklich gebrauchen. Das mi\u00dfbrauchte Symbol begegnet uns auf unserer Tour immer wieder und, Schatten der nie selbst erlebten Vergangenheit, man zuckt doch immer wieder unwillk\u00fcrlich ein wenig zusammen.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck ist unser Guide IMMER um unser Wohl besorgt und erkl\u00e4rt uns, dass das Symbol eben nicht der Kennzeichnung einer deutschen Ausflugstruppe dient, sondern eine Jahrhunderte alte Tradion hat<\/p>\n<p>Das dem Fahrer verhei\u00dfene Gl\u00fcck nehmen wir gerne in Anspruch, denn Minto, unsere Fahrer scheint scharf auf das Preisgeld zu sein. Am Ende des Feldes Stelle gestartet, mi\u00dfachtet er die Stallregie zum &#8222;Kolonnenfahren&#8220; in einem Ausma\u00df, wie es ansonsten nur\u00a0 Lewis Hamilton zu vollbringen vermag, wenn der kleine Nico im R\u00fcckspiegel auftaucht. Mit Dauerhupen, Hartn\u00e4ckigkeit und coolen Blick unter ebensolcher Sonnenbrille f\u00e4hrt er uns quasi aus der Boxengasse aufs Treppchen. Insbesondere ein &#8222;ich bleib einfach mal rechts&#8220; Man\u00f6ver kurz vor Ankunft in Manali sorgt bei den Anwesenden aus dem Land der Formel1- und Fu\u00dfballweltmeister (4 Sterne!) f\u00fcr Szenenapplaus. Nur der einzig anwesende holl\u00e4ndische Gefolgsmann verpennt die halbe Fahrt. Vorne links sitzend, auch das beste was er machen kann, angesichts der \u00dcberholorgie am Abgrund (siehe Video).<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Schnell wie ein Inder, Cool wie ein Holla\u0308nder\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/hVKvJ0AB7zk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nTrotz des ambitionierten Tempos ben\u00f6tigen wir f\u00fcr 300km 10 Stunden!<\/p>\n<p>Wir sind eben in der Himalaya-Region. Das bedeutet aber auch, dass, wie immer in Indien, drau\u00dfen das gro\u00dfe Kino vorbeizieht. Neben der immer atemberaubender Landschaft, sehen wir in jedem kleinen Himalaya-Dorf wieder die fremdartigsten Szenen, die den eigentlichen Reiz dieser tour ausmachen.<\/p>\n<p>Das in Indien immer das Unerwartete passieren kann, zeigt sich dann wieder einmal bei unserer Mittagsrast.<\/p>\n<p>Aufgrund unserer einheitlichen DANE-TROPHY Shirts und den 8 gleichen Fahrzeuge erscheinen wir f\u00fcr eine motorradfahrende(!) Pilger-Delegation anscheinend als besonders bedeutend. Auf jeden Fall w\u00fcnschen sie eine ausgiebige Fotosession mit uns, die noch dadurch angeheizt wird, da\u00df Hansi uns, wie \u00fcbrigens w\u00e4hrend der gesamten Tour, als \u201eSpecial Forces Germany\u201c ausgibt. Aufgrund fehlender Englischkenntnisse der anderen Seite k\u00f6nnen wir nicht kl\u00e4ren, wof\u00fcr sie uns denn nun eigentlich halten? Es k\u00f6nnte sein, dass wir f\u00fcr eine Regierungsdelegation gehalten werden, denn insbesondere die Begeisterung f\u00fcr Martin, der einem, mit der aktuellen europ\u00e4ischen Politikszene nicht ganz vertrauten Inder auch als Helmut Kohl durchgehen k\u00f6nnte, erf\u00e4hrt wahre Begeisterungsst\u00fcrme. Der Inhaber des Restaurants fordert uns auf, die Wagen nochmals optisch repr\u00e4sentativer vor seinem Restaurant zu parken, denn er will seine Serie von Gruppenfotos auf seiner Homepage und Facebook Seite posten. Leider haben wir uns in dem Rausch der 15min.Ber\u00fchmtheit die Seiten nicht gemerkt, so da\u00df wir diese nicht kontrollieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die deutsche Regierungsdelegation (also wir) verabschiedet sich unter gro\u00dfem Hallo und brettert im 8-Wagen-Konvoi in bester Leonid-Breschnew-f\u00e4hrt-durch-Moskau Tempo in geschlossener Kolonne weiter nach Manali.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trotz des Expresstempos erreichen wir Manali erst gegen Abend. Indien braucht nun mal seine Zeit. Uns erwarten 20 frisch gewienerte Roayl Enfields und ein freudig erregter Hoteldirektor. Mit einem typisch indischen Essen und ein paar wenigen Kingfisher Bieren endet der Abend. Erleichtert dar\u00fcber, morgen auf die Motorr\u00e4der zu d\u00fcrfen und somit Tempo, \u00dcberholfrequenz und Hupennutzung selber bestimmen zu k\u00f6nnen, gehen fr\u00fch die Lichter aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Denn Morgen beginnt der eigentliche Trip. Mit dem Moped auf den h\u00f6chsten befahrbaren Pa\u00df der Welt.<\/p>\n<p>Schnell schlafen, dann ist es schneller Morgen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das andere Indien. 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