{"id":1933,"date":"2014-09-25T08:52:25","date_gmt":"2014-09-25T08:52:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/?p=1933"},"modified":"2015-06-25T12:10:47","modified_gmt":"2015-06-25T12:10:47","slug":"tag-4-ab-geht-die-wilde-fahrt-auf-zum-gleitschirm-ski-jahrmarkts-huepfburgplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/tag-4-ab-geht-die-wilde-fahrt-auf-zum-gleitschirm-ski-jahrmarkts-huepfburgplatz\/","title":{"rendered":"Tag 4: Ab geht die wilde Fahrt! Auf Zum Gleitschirm-Ski-Jahrmarkts-H\u00fcpfburgplatz"},"content":{"rendered":"<p>Neben der Improvisationskunst haben unsere indische Freunde auch einen Hang zu praktischen L\u00f6sungen. <!--more-->Die Entstehung dessen, was uns an unserem 4. Tag hier wieder einmal \u00fcberraschendes begegneteIch\u00a0 stelle mir das ungef\u00e4hr so vor: Eine Gruppe von indischen Berginvestoren betrachtet die gro\u00dfe Fl\u00e4che an der Talstation des <strong>Skiressort <\/strong><strong>Solang, <\/strong>also die Stelle an der zu Schneezeiten Hunderte von erwartungsfrohen Skifahrern sich sammeln und die Talstation entern m\u00f6chten.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn wir schon mal rechts und links Berge und in der Mitte eine Ebene haben&#8220;, so denkt sich der praktische Inder, &#8222;was k\u00f6nnen wir hier denn noch sch\u00f6nes dem geneigten Besucher anbieten&#8220;?<\/p>\n<p>Berge + Ebene + Skitalstation = Gleitschirmfliegen, so die nahe liegende L\u00f6sung des Meetings.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gesagt, getan: In der Konsequenz und Realit\u00e4t bedeutet das, dass man ein paar mehr oder minder vertrauenserweckende Schirmchen einfach mal eben auf den Hang legt und ein paar Gleitschirm-Sherpas engagiert, die die Dinger nach erfolgreichem Kurzflug dann wieder die cirka 30-50 H\u00f6henmeter hinauf schleppen. 30 H\u00f6henmeter f\u00fcr 50 Rupien (75 Cent) oder 50 H\u00f6henmeter f\u00fcr 80 Rupien (1 Euro). Gleitschirmfliegen leicht gemacht!<\/p>\n<p>Sieht man mal davon ab, dass es nicht den Eindruck macht, dass die Schirme entsprechend den Statuten des internationalen Gleitschirm Verbandes gewartet, kontrolliert und gefaltet werden, eigentlich eine ganz pfiffige Idee.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Tag 4: Der Gleitschirm-Ski-Jahrmarkts-H\u00fcpfburgplatz\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/yxceyGBWL8Q?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Irritierend f\u00fcr den deutschen Pedanten ist nur, dass die Gleitschirme auch im Winter mitten in der wartenden Skihasen-Menge landen! Dem deutschen Sicherheitsingenieur w\u00fcrden an dieser Stelle unter seinem gelben Helm nun wieder, diesmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes, die Haare zu Berge stehen. Der indische Neu-Unternehmer l\u00f6st es aber gewohnt pragmatisch und fordert den Flugnovizen auf, sollte er denn \u00fcberhaupt die anvisierte Ebene erreichen, kurz vor der Landung laut zu pfeifen.<\/p>\n<p>Noch mal zum Mitschreiben bzw. -lesen: Der Fluganf\u00e4nger(!) wird, wie uns unser Guide Mr. Moti berichtet, aufgefordert IN einer Menschenmenge zu landen und laut zu pfeifen, kurz bevor er in selbiger aufschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Sicherheit vom Feinsten!<\/p>\n<p>Eine Technik, weitgehend analog zu den indischen Stra\u00dfenverkehrsregeln. Es gelten die Grunds\u00e4tze:<\/p>\n<p>A. Der St\u00e4rkere bzw. der potentiell Gef\u00e4hrlichere hat Recht.<\/p>\n<p>B. Wenn der St\u00e4rkere zudem noch hupt, respektive pfeift, hat er sogar total Recht.<\/p>\n<p>Der Schw\u00e4chere, in diesem Fall also der harmlos wartende Skifahrer, soll halt ausweichen, wenn der Gleitschirmflieger landen will. Indien ist wirklich cool.<\/p>\n<p>Insgesamt spielen sich auf dem Talstationen-Vorplatz sicherlich lustige Szenchen ab, wenn die beiden Sportsgruppen ihrem Hobby fr\u00f6nen. Besonders sch\u00f6n, wenn dabei Anf\u00e4nger auf Anf\u00e4nger trifft.<\/p>\n<p>So gesehen, sehr schade, dass heute kein Schnee liegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andererseits auch sehr erfreulich, denn WIR d\u00fcrfen ENDLICH auf unsere einzylindrigen Gef\u00e4hrten.<\/p>\n<p>Schon am fr\u00fchen Morgen haben die Ersten von uns ihr Handtuch auf die Liege bzw. den Helm auf die von ihnen favorisierte BULLETT MACHISMO gelegt. Es hat dabei seltene F\u00e4lle von Liebe auf den ersten Blick gegeben, obwohl sich die Einheitsmaschinen nur in Nuancen unterscheiden. Eckhard zum Beispiel, unser Stammes\u00e4ltester, hat sich seine Enfield ausgesucht, weil ein r\u00fchriger Vorbesitzer seine bunten Gebetsfahnen zwischen den Lenkerenden hat h\u00e4ngen lassen.<\/p>\n<p>Schon in den ersten Minuten der ersten Begegnung hat Eckhard eine derma\u00dfen gro\u00dfe Zuneigung zu der kleinen Bergziege entwickelt, dass er sich sp\u00e4ter strikt weigerte, als sein Moped sich nach all dem Ger\u00fcttel und Gesch\u00fcttel eine pannenbedingte Pause nahm, auf ein anderes Exemplar um zu steigen. W\u00e4hrend alle anderen im Fall eines Defekts sehr praxisorientiert einfach auf die Enfield des Mechanikers umgestiegen sind, war Eckhards Zuneigung zu SEINER Bullett so gro\u00df, dass er w\u00e4hrend der gesamten Reparaturzeit an dessen Seite blieb. Liebe Jugend, so sieht Treue aus!<\/p>\n<p>Begonnen hat unser Tag also damit, dass wir auf die Mopeds durften. Um uns an die Einzylinder und auch an die H\u00f6he zu gew\u00f6hnen, beschr\u00e4nkt sich die Tour auf die Umgebung von Manali. Vor dem ersten Kick hat uns Mr. Moti noch kurz die 7 goldenen Regeln f\u00fcr den indischen Verkehr und das zuk\u00fcnftige Fahren in der Gruppe verk\u00fcndet:<\/p>\n<p><strong>Regel 1-5:<\/strong> Auf K\u00fche achten. In den hinduistischen Religionen ist der Schutz der Kuh bis in die heutige Zeit ein wichtiges Element. Schon der Sanskrit-Name <i>aghnya<\/i> (die Unantastbare) verdeutlicht auf ihre besondere Rolle. Eine Kuh ist auch in heutiger Zeit der indischen Gesellschaftspyramide weit oberhalb des europ\u00e4ischen Motorradfahrers angesiedelt.<\/p>\n<p><strong>Regel 6:<\/strong> Hupen. Bekannterma\u00dfen ist in Deutschland der Einsatz der Hupe in der Regel ein Zeichen von nahender Gefahr. In Indien die Hupe das eindeutig wichtigste Bauteil an einem Fahrzeug. In einer indische Stadt werdet ihr (wir haben es getestet) bei Tageslicht keine 15 Sekunden erleben, in denen nicht gehupt wird. Da es auch keine 15 Sekunden gibt, in der nicht eine nahende Gefahr auf den Plan\u00a0 tritt, ist dies letztendlich auch konsequent. Zun\u00e4chst ist der sensible Europ\u00e4er (also auch wir) z\u00f6gerlich im Einsatz des Signalhorns. Irgendwann im Laufe der Tour kippt es aber ins Gegenteil und man erwischt sich bei dem Gedanken, beim n\u00e4chsten Indien-Trip ein Schiffshorn an die Enfield zu dengeln.<\/p>\n<p><strong>Regel 7:<\/strong> Rechts \u00fcberholen, hupen und auf K\u00fche achten. Indien hat Linksverkehr. Da die Erfindung der Leitplanke sich noch nicht bis zum Subkontinent rum gesprochen hat und es im Himalaya am Rande der Strasse meistens mehrer Hunderte Meter bergab geht, empfiehlt es sich diesen Rat ein zu halten. Besonders, da laut unserem Guide Mr. Moti cirka 40% der indischen Truckfahrer keinen F\u00fchrerschein haben und nur ungern n\u00fcchtern fahren. Sollte man also auf die Idee kommen, mit den explosiven 23 PS ROYAL ENFIELD BULLETT MACHISMO links zu \u00fcberholen und NICHT zu hupen, kann es sein, dass der angeschickerte Indien Trucker vor Schreck das Lenkrad verrei\u00dft und man sich dann 5 Etagen tiefer befindet. Dank DANE Protektoren kein Problem, aber trotzdem nicht unbedingt empfehlenswert. Nicht umsonst lief der Manali-Leh Highway auch auf dem seri\u00f6sen Kultursender RTL II unter der \u00dcberschrift &#8222;Die gef\u00e4hrlichsten Strassen der Welt&#8220;.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Frisch eingehupt machen wir uns also auf den kurzen Weg zu dem oben erw\u00e4hnten Skiresort. Es sind nur 40km, aber man bekommt einen Vorgeschmack auf das was ein Motorradtrip durch Indien immer bedeutet: Das gro\u00dfe Kino des Lebens zieht vorbei: Die Konstanz, Best\u00e4ndigkeit und die einsch\u00fcchternde M\u00e4chtigkeit der Landschaft auf der einen Seite und das skurrile, rastlose, l\u00e4rmende Treiben der Ameise Mensch auf der anderen Seite. Auch wer Indien nicht kennt, f\u00e4hrt den ersten Tag mit offenem Mund angesichts der stetig vorbei rauschenden Vielfalt. Schon die ersten Meter rechtfertigen die M\u00fche der Anreise. Es ist eine Art des Motorradreisens, die an an die ersten Tage des eigenen Motorradlebens erinnert: Neu, frisch, urspr\u00fcnglich und frei. Ein Tag voller Euphorie und Vorfreude.<\/p>\n<p>Schon am ersten Motorradtag: Schlangenbeschw\u00f6rer, Tuc-Tucs, Gebetsfahnen, wackelige Br\u00fcckenkonstruktionen, herausfordernde Offroad-Strecken, rauschende Fl\u00fcsse, m\u00e4chtige Berge, klare Gebirgsluft, sprotzende Einzylinder, schleifende Fu\u00dfrasten&#8230;<\/p>\n<p>Bei jeder Rast muss sich die Gruppe, die durch das bisher gemeinsam Erlebte schon jetzt zu einem verschworenen Haufen geworden ist, das gerade erlebte austauschen. Eine erfrischende Aufgeregtheit liegt \u00fcber den gesamten ersten Tag.<\/p>\n<p>Schon die kleine sp\u00e4tnachmittagliche Erkundung Manalis gibt einen Eindruck davon, was uns die Himalaya Region und ihre Menschen noch bieten werden.<\/p>\n<p>Was wird uns diese fantastische Reise noch bieten?<\/p>\n<p>Wie sich zeigen wird, das gr\u00f6\u00dfte Motorrad Abenteuer unseres Lebens.<\/p>\n<p>Zu diesem Abenteuer geh\u00f6ren auch die skurilen, irritierenden, befremdlichen Begegnung abseits des Motorradfahrens, auf die man sich einlassen sollte, wenn die Entwicklung auch nicht immer absehbar ist. Exemplarisch genannt f\u00fcr diesen Tag sei meine Begegnung mit 3 indischen Schlangenbesch\u00f6rern, in deren Folge ich unverrichterter Dinge 4(!) Kobra Schlangen (&#8222;Don\u00b4t worry,Sir&#8220;) an meinem K\u00f6rper hatte. Eine interessante Erfahrung, die man offen gestanden machen kann, aber nicht mu\u00df. Es h\u00e4tte ein interessanter Minifilm werden k\u00f6nnen, wenn ich noch in der Lage gewesen w\u00e4re, die Handykamera ordentlich zu bedienen und halbwegs cool zu sprechen. Sp\u00e4testens als der Schlangenbeschw\u00f6rer-Assistent mir ungefragt das 4 Exemplar um den Hals legte, entwickelte sich Kameraf\u00fchrung und Moderation -gelinde gesagt- suboptimal. Um die Worte latent hysterisch zu vermeiden.<\/p>\n<p>Das unser Doc Peter f\u00fcr 1 Stunde als vermisst\u00a0gemeldet wurde, ist nur eine weitere Randgeschichte an diesem Tag voller ansonsten schon fast kindlicher Vorfreude. Zumal er selbst in seiner bayrischen Entspanntheit gar nicht wu\u00dfte, wo das Problem lag: &#8222;Jao mei, I k\u00fcm scho zur\u00e4cht&#8220;.<\/p>\n<p>Der Abend endete dann mit einem kleinen Monsumregen in einer chilligen Bar. Kann es besser werden?<\/p>\n<p>Nein, es kann nicht besser werden.<\/p>\n<p>Wird es aber.<\/p>\n<p>Denn morgen&#8230;, morgen geht es zum Dach der Welt!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neben der Improvisationskunst haben unsere indische Freunde auch einen Hang zu praktischen L\u00f6sungen.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":1910,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1933"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1933"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1984,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1933\/revisions\/1984"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1910"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}