{"id":1938,"date":"2014-09-25T09:05:34","date_gmt":"2014-09-25T09:05:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/?p=1938"},"modified":"2015-06-25T12:09:15","modified_gmt":"2015-06-25T12:09:15","slug":"tag-6-das-hoechste-und-langsamste-rennen-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/tag-6-das-hoechste-und-langsamste-rennen-der-welt\/","title":{"rendered":"Tag 6: Das h\u00f6chste und langsamste Rennen der Welt"},"content":{"rendered":"<p>4000m. Klingt doch eigentlich ganz harmlos. <!--more-->Insbesondere der Norddeutsche kann mit dieser H\u00f6henangabe meistens nur wenig anfangen. Unser Deich ist ja schlie\u00dflich viel l\u00e4nger.<br \/>\nGut, ok, mag ja sein das die Luft ein bi\u00dfchen d\u00fcnner wird; kann aber ja nicht so schlimm sein.<\/p>\n<p>Heute werden wir die 4000m Grenze \u00fcberschreiten und auch erstmals \u00fcber dieser H\u00f6hengrenze \u00fcbernachten. Und die Berge sollten uns zeigen, wie klein wir sind.<\/p>\n<p>Erstmal wird das H\u00f6henklettern aber ein gro\u00dfer Spa\u00df: Bei strahlenden Sonnenschein fahren wir hinauf auf den Baracha La, dem 4890m hohen Pa\u00df, der die T\u00e4ler des Yunan und des Baga trennt. Neben dem fantastischen Morgenlicht ist das erste Highlight auf dem Streckenabschnitt die Durchquerung eines 40cm tiefen und cirka 100m langen Schmelzwasserflu\u00dfes. Zuf\u00e4lligerweise treffen wir exakt dort wieder auf eine australische Himalayatruppe, die nahezu parallel zu uns die gleiche Strecke absolviert. Das Ergebnis dieses Aufeinandertreffens: Die Durchfahrt jedes Einzelnen wird von cirka 30-40 Kollegen beobachtet, fotografiert und kommentiert. Da will Mann nat\u00fcrlich keine schlechte Figur machen und durchpfl\u00fcgt das steinige Flu\u00dfbett m\u00f6glichst elegant und aufrecht stehend. Die Anspannung der Durchquerung wird noch leidlich erh\u00f6ht, da es auf der rechten Seite, wie es sich im Himalaya geh\u00f6rt, mehrere hundert Meter bergab geht. Es ist also ratsam, sich vom unruhigen, steinigen Untergrund nicht zu weit nach rechts bugsieren zu lassen. Lieber also die lautstarken Kommentare beim Fu\u00dfabsetzen in Kauf nehmen, als die Strecke rechts f\u00fcr eine spektakul\u00e4re letzte Abfahrt zu Nutzen. Unsere Truppe schl\u00e4gt sich sehr wacker, w\u00e4hrend einige unserer neuen australischen Freunde doch ein wenig feige den Schleichweg entlang der Wasserfurte nutzen. Nat\u00fcrlich nicht unkommentiert.<\/p>\n<p><p>Invalid Displayed Gallery<\/p><\/p>\n<p>Euphorisiert durch unseren fahrerischen Gruppensieg am Wasserloch, dem anhaltenden Sonnenschein und der einzigartigen Landschaft entwickelt sich sp\u00e4ter dann kaum merklich ein kleines, absurdes Rennen. Der Manali-Leh Highway ist f\u00fcr die indische Armee von gro\u00dfer strategischer Bedeutung, denn er stellt die einzige Alternative zur nahe der pakistanischen Grenze gelegenene Srinagar-Leh-Verbindung dar. Er hat aus diesem Grunde auch einige sehr gut ausgebaute, asphaltierte Passagen. Die Pass-Stra\u00dfe zum Baracha La geh\u00f6rt dazu. Nach einer Rast an einem Hochgebirgsee bei Patseo steigert die Spitze unserer Truppe langsam und kontinuierlich das Reise-Tempo. Insbesondere &#8222;Racing-Klaus&#8220;, der bei gesch\u00e4tzten 95% der gesamten Tour unseren Guide Mr. Moti durch konsequentes dichtes Auffahren zu h\u00f6herem Tempo auffordert, ist am heutigen Tag mit seiner Taktik erstmals erfolgreich. Moti zieht bei seiner bedauernswerten Enfield immer st\u00e4rker am Hahn. Es geh\u00f6rt zu den Ph\u00e4nomenen einer Gruppentour, dass diese Herausforderung gegen jede Vernunft vom Feld angenommen wird. Moti versucht also den Fahrern aus dem Land des 4maligen Weltmeisters mal zu zeigen, welche Geschwindigkeit und Kurvenlage mit einer Bullett Machismo denn so m\u00f6glich ist. Klaus l\u00e4\u00dft sich nicht Lumpen und zeigt ihm, dass Deutschland nicht nur Fu\u00dfball spielen kann. Ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der 20 Mann Truppe bleibt nach einem ersten \u00dcberraschungsmoment im Windschatten von Klaus. Und so erwischen wir uns selbst dabei, wie wir den Baracha La mit schleifender Fu\u00dfraste in Angriff nehmen.<\/p>\n<p>Ja, wir wissen es. Angesichts der Konzentrationsschwierigkeiten in der H\u00f6he, den Unw\u00e4gbarkeiten des indischen Stra\u00dfenbaus und den seitlich mehrere hundert Meter abfallenden Schluchten nicht unbedingt eine gute Idee. Zumal man beim Fahren am Limit nat\u00fcrlich keinen Blick f\u00fcr die gro\u00dfartige Landschaft hat. Aber: Motorradfahren ist ja generell nicht immer vern\u00fcnftig und, was soll man sagen, dieser kurze Unvernunftsanfall hat einfach gro\u00dfen Spa\u00df gemacht. Zumal man von &#8222;Racing&#8220; mit einem 23 PS Moped bei kontinuierlich ansteigender Stra\u00dfe ohnehin nicht richtig sprechen kann. Moti und Klaus haben einen klassischen Start-Ziel-Sieg hin gelegt, der vom Feld ob des nicht klar definierten Rennstarts am gr\u00fcnen Tisch nat\u00fcrlich kritisiert wurde. Um die Positionen 3-7 gab es \u00e4u\u00dferst interessante Positionsk\u00e4mpfe, die, ohne jetzt Namen nennen zu wollen, Norddeutschland gegen Baden W\u00fcrtemberg gewonnen hat.<\/p>\n<p>Zumindest aus meiner Sicht.<\/p>\n<p>Wie nahezu immer bei solchen improvisierten Rennveranstaltungen gab es grundlose Proteste, Gem\u00e4kel an der Unterschiedlichkeit der Fahrzeuge und Beschwerden \u00fcber die Schw\u00e4chen von Fahrwerk und Technik. Die bekannten Ausreden also. Denn nat\u00fcrlich sitzt der Begrenzer ja oben drauf.<\/p>\n<p>Das langsame und h\u00f6chste Rennen der Welt endet mit einem Aufenthalt in einer der typischen Jurten, die den reisenden G\u00e4sten irritierend aussehende, aber schmackhafte Nahrung aus einer hygienisch dubiosen K\u00fcche und zugleich eine kleine Schlafstatt f\u00fcr ein mitt\u00e4gliches Powernapping bieten. Danach geht es wieder bergab, auf einer traumhaften Abfahrt entlang dem Yunan-Flu\u00df zum fantastisch gelegenen Adventure-Camp Sarchu, eine Zeltstadt in atemberaubender Umgebung. Diesmal lassen wir uns Zeit und genie\u00dfen das eindrucksvolle Licht- und Wolkenspiel jenseits der 4000m. F\u00fcr die Anstrengungen des Tages werden wir belohnt mit einem fantastischen Sonnenuntergang mit zeitgleichen Mondaufgang.<\/p>\n<p><p>Invalid Displayed Gallery<\/p><\/p>\n<p>Wir sind jetzt auf 4200m H\u00f6he und in dieser Nacht sollten wir erstmals merken, was das eigentlich bedeutet&#8230;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Dane Trophy Transhimalaya: Tag 6 in 60sek\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/o-fEdIaw8AA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4000m. Klingt doch eigentlich ganz harmlos.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":622,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1938"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1938"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1938\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1939,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1938\/revisions\/1939"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/media\/622"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1938"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1938"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}