{"id":1953,"date":"2014-09-25T09:25:24","date_gmt":"2014-09-25T09:25:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/?p=1953"},"modified":"2015-06-25T12:05:40","modified_gmt":"2015-06-25T12:05:40","slug":"tag-9-drei-verletzte-zwei-steinschlaege-und-mehrere-esel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/tag-9-drei-verletzte-zwei-steinschlaege-und-mehrere-esel\/","title":{"rendered":"Tag 9:  Drei Verletzte, zwei Steinschl\u00e4ge und mehrere Esel."},"content":{"rendered":"<p>Hat mal jemand ein Gewehr?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die 3. Nacht auf \u00fcber 4000m und -zumindest in meinem Fall-, erstmals die M\u00f6glichkeit f\u00fcr geruhsamen Schlaf, da die Akklimatisierungs-Kopfschmerzen dank eines 15 Stunden Schlafmarathons nahezu verschwunden sind. Im Kopf ist also Ruhe eingekehrt, im Zeltlager leider nicht. Ein hartn\u00e4ckiger Esel vertreibt seine Langeweile, in dem er laut krakeelent von Zelt zu Zelt rennt. \u00dcbrigens, einen schreienden Esel hat man ja eher selten zu Hause, die Viecher k\u00f6nnen ganz sch\u00f6n laut sein.<\/p>\n<p>Andere Ursache, gleiche Wirkung: An Schlaf ist also wieder kaum zu denken.<\/p>\n<p>(Wenn ihr keine Lust habt zu Lesen: Der Tag im Videodurchlauf:)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Tag 9: Die DANE TROPHY TRANSHIMALAYA\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/VyuI4WgEHUA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Immerhin aber eine bessere Situation als das Szenario, dass sich heute Nacht im Lager unserer indischen Begleiter abgespielt hat. Um 22:00 Uhr wurde Doc Peter von unserem Guide Mr. Moti geweckt: Er m\u00f6ge sich doch bitte mal Nilay ansehen, unseren Jeep Fahrer, er mache einen seltsamen Eindruck. Moti ist nat\u00fcrlich erfahren in Sachen H\u00f6he und hat daher schon erkannt, dass Nilay Symptome einer H\u00f6henerkrankung zeigt. Wenn er allerdings extra unseren Doc weckt, muss die Sache schon ernsterer Natur sein. Nachdem Peter Nilay in Augenschein genommen hat, ordnet er mit deutlichen Worten an, dass dieser SOFORT einige hundert H\u00f6henmeter tiefer gebracht werden MUSS. Angesichts der Dunkelheit, der Beschaffenheit der Strassen und der M\u00fcdigkeit unserer Begleiter, eine ungew\u00f6hnliche Ma\u00dfnahme. Die sich aber 2 Tage sp\u00e4ter im Krankenhaus von Leh als v\u00f6llig richtig erwies. Nilays Sauerstoffanteil im Blut war deutlich reduziert und ohne Peters vehementes Eingreifen, w\u00e4re es f\u00fcr ihn gef\u00e4hrlich geworden!<\/p>\n<p>Eine Tatsache, die uns allen am n\u00e4chsten Morgen endg\u00fcltig verdeutlicht, dass ein Transhimalaya Trip eine wirkliche Herausforderung darstellt, bei der man sich \u00fcber die Anforderungen im Klaren sein sollte.<\/p>\n<p>Im Laufe des Tages sollte sich diese Erfahrung noch verst\u00e4rken: Mit Fritz haben wir bereits seit gestern schon einen Teilnehmer, der es aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden vor gezogen hat, vom Motorrad in den bgeleitenden Bus zu wechseln. Am heutigen Morgen hat sich dann auch Eckhardt, leicht geschw\u00e4cht, auf Anraten von Peter zu diesem vern\u00fcnftigen Schritt entschlossen.<\/p>\n<p>Dezimiert auf 18 Mann machen wir uns auf die traumhaften 220km nach Leh. Der gr\u00f6\u00dften Stadt und dem kulturellen Zentrum der Region.<\/p>\n<p>Nach wenigen Kilometern zeigen sich die Auswirkungen der H\u00f6he ein weiteres Mal. Wie schon berichtet, ist die Konzentrationsf\u00e4higkeit aufgrund des geringeren Sauserstoffgehalts in der H\u00f6he merklich reduziert. In einer fahrerisch eigentlich einfachen Passage kommt Michael von der Strasse ab und prallt im sandigen Gel\u00e4uf mit dem rechten Fu\u00df gegen einen Felsbrocken, verliert dabei die Kontrolle und st\u00fcrzt auf den Asphalt. Am Rande sei bemerkt, dass sich bei diesem Sturz die DANE Motorradbekleidung sehr bew\u00e4hrt hat: Au\u00dfer leichten Prellungen keinerlei Sch\u00e4digungen im Oberk\u00f6rperbereich. Die sp\u00e4ter Diagnose bei Michael: 3 gebrochene Zehen. Ohne jede Wertung m\u00f6chten wir der guten Ordnung halber anmerken, dass das Schuhwerk nicht von uns war. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Das Motorrad ist schwer besch\u00e4digt und in der Folge muss auch Michael mit einem Platz im Bus vorlieb nehmen. Der dezimierte Rest setzt seine Abfahrt vom Tso Morini in das Industal fort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben der H\u00f6he und den selbst verschuldeten Problemen ist Indien und seine Inder auch immer wieder ein Garant f\u00fcr &#8222;interessante&#8220; Situationen.\u00a0 Denn, wie unw\u00e4gbar die Risiken in diesem Abschnitt der Erde sind, m\u00fcssen wir tief im Industal erfahren. Pl\u00f6tzlich geht nichts mehr. Die Stra\u00dfe ist durch meterhohe Felstr\u00fcmmer versperrt. Ein Riesen Bulldozer versucht die Stra\u00dfe frei zu r\u00e4umen als pl\u00f6tzlich hinter ihm und kurz darauf vor ihm das gesamte Felsmassiv einzust\u00fcrzen droht. Wir ziehen uns aus dem Gefahrenareal etwas zur\u00fcck, als sie pl\u00f6tzlich auch noch auf unserer H\u00f6he versuchen, den Fels anzubohren und sich drohend Ger\u00f6ll \u00fcber uns zu l\u00f6sen beginnt. Nach bangem Warten risikiert der Raupenfahrer doch nochmal sein Leben und r\u00e4umt die Felsbrocken zur Seite sodass wir unter Sto\u00dfgebeten die bedrohte Passage so schnell wie m\u00f6glich hinter uns bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Ablauf der Strassensprengung, der in Deutschland zu einer Evakuierung im Umkreis von 25km gef\u00fchrt h\u00e4tte, zeigte uns wieder ein Szenario aus der losen Reihe: &#8222;Indien live&#8220;:<\/p>\n<p>&#8211; Zur Warnung der Reisenden wird oben auf dem Felsen von einem gelangweilten Greis eine minikleine rote Fahne geschwenkt<\/p>\n<p>&#8211; Der Fels wird so gesprengt, dass es zu gewaltigen \u00dcberh\u00e4ngen kommt.<\/p>\n<p>&#8211; Ungeachtet dessen werden die Wartenden von dem auf Feierabend erwartenden Greis mittels kleinen gr\u00fcner Fahne bis an die Gefahrenstelle heran gelassen.<\/p>\n<p>&#8211; Der Raupenfahrer verursacht bei seiner R\u00e4umung durch kr\u00e4ftiges Geraupe eine weitere ordentlich Dauer-Ersch\u00fctterung.<\/p>\n<p>&#8211; Im Ergebnis fallen die tausenden Tonnen \u00dcberhangs-Gestein krachend neben der Raupe auf den Boden.<\/p>\n<p>&#8211; Der Raupenfahrer fl\u00fcchtet von der Raupe. Aus unserer Sicht auch unbedingt empfehlenswert, da sein Raupensitz vollkommen ungesch\u00fctzt ist.<\/p>\n<p>&#8211; Die Bauarbeiter durchqueren die ca. 50m lange Gefahrenstelle zu Fu\u00df. Es ist Feierabendzeit.<\/p>\n<p>&#8211; 45min Besprechung von ca. 21 Personen mit den verschiedensten Baustellenfunktionen. Mit dem Ergebnis, dass der Raupenfahrer ohne weitere Schutz- Ma\u00dfnahmen weiter r\u00e4umen muss.<\/p>\n<p>&#8211; Der Raupenfahrer folgt der Anordnung mit \u00e4ngstlichen Blick. Respekt!<\/p>\n<p>&#8211; Ein 17j\u00e4hriger, als einziger mit iPod Kopfh\u00f6rern und anscheinend aus diesem Grunde in der Funktion des leitenden Ingenieurs, beschlie\u00dft seine Leute auf der H\u00f6he der Wartenden einen Riesen-Riesenbohrer ansetzen zu lassen.<\/p>\n<p>&#8211; Ein Bohrmeister h\u00e4lt voll drauf, 2 Mann st\u00fctzen ihn und 2 weitere Adjudanten leiten den sich drehenden Bohrer mit den H\u00e4nden.<\/p>\n<p>&#8211; Weiteres Gestein l\u00f6st sich. Aufgrund des Protests der anwesenden Europ\u00e4er (wir) werden die Bohrungen an dieser Stelle eingestellt und an keiner anderen weiter gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>&#8211; Der Raupenfahrer hat fertig ger\u00e4umt. Alle passieren mit bangen Blick die \u00dcberhangsstelle, die wir im n\u00e4chsten Jahr wahrscheinlich unver\u00e4ndert so vorfinden werden.<\/p>\n<p>&#8211; Es war mal wieder ordentlich was los und alles ist gut gegangen.<\/p>\n<p>Erleichtert setzen unsere Reise fort und erreichen am fr\u00fchen Abend die fantastische Stadt LEH.<\/p>\n<p>F\u00fcr 220km haben wir 10 Stunden ben\u00f6tigt. Und das nur dank eines mutigen Raupenfahrers.<\/p>\n<p>Entsch\u00e4digt werden wir mit einem \u00e4u\u00dferst komfortablen Hotel, einer funktionierenden Dusche, sehr guten Essen und einem tiefen Schlaf.<\/p>\n<p>Unsere beiden verletzten Busfahrer verbringen die Nacht vorsorglich im Krankenhaus von LEH und lernen dabei die Vorz\u00fcge des teuren deutschen Krankensystems neu zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Immerhin werden sie f\u00fcrsorglich bewacht von unserem 2. Guide Gobal, der, wie in einem kitschigen Film, die ganze Nacht vor dem Krankenzimmer auf dem Stuhl schl\u00e4ft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Rest der Truppe genie\u00dft den wohlverdienten Schlaf.<\/p>\n<p>Aus der Dusche kam warmes Wasser!<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Nacht liegt das Paradies in &#8222;nur&#8220; noch 3500m H\u00f6he in Leh.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hat mal jemand ein Gewehr?<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":1954,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1953"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1953"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1953\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1955,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1953\/revisions\/1955"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1954"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1953"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1953"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}