{"id":1956,"date":"2014-09-25T09:37:53","date_gmt":"2014-09-25T09:37:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/?p=1956"},"modified":"2015-06-25T12:04:44","modified_gmt":"2015-06-25T12:04:44","slug":"tag-10-vom-paradies-auf-das-dach-der-welt-der-hoechste-aller-paesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/tag-10-vom-paradies-auf-das-dach-der-welt-der-hoechste-aller-paesse\/","title":{"rendered":"Tag 10: Vom Paradies auf das Dach der Welt. Der h\u00f6chste aller P\u00e4sse!"},"content":{"rendered":"<p>Aaaaah. Auch wenn es eher unrealistisch ist: Stellt euch mal vor..<!--more--><\/p>\n<p>&#8230; ihr seid nachts leicht angetrunken nach Hause gekommen, habt den Schl\u00fcssel vergessen und mu\u00dftet dann 3 Tage und N\u00e4chte auf dem Rasen im Garten schlafen. Ohne Zelt. Dann endlich kommt die Haush\u00e4lterin nach Hause, l\u00e4\u00dft euch Badewasser ein, bezieht das Bett und schmiert euch eure leckeren Lieblings-Brote.<\/p>\n<p>So ungef\u00e4hr war unsere Nacht in Leh.<\/p>\n<p>Paradiesisch.&lt;!&#8211;more&#8211;&gt;<\/p>\n<p>Und zur Kr\u00f6nung des Ganzen geht es heute noch auf den h\u00f6chsten Pa\u00df der Welt, das zentrale Ziel unserer Reise. Gro\u00dfes Kino, gro\u00dfer Tag.<\/p>\n<p>Leh ist\u00a0 mit 15000 Einwohnern die Hauptstadt des LADAKH. Vor noch nicht mal 25 Jahren waren die Landesteile LADAKH, ZANSKAR und KASCHMIR f\u00fcr Ausl\u00e4nder absolut tabu. Doch so langsam werden diese Gebiete auch touristisch erschlossen und aus ihrer Jahrzehnte langen Isolation befreit. Bislang waren die Touristenstr\u00f6me nach Leh und in den Ladakh sehr \u00fcberschaubar. Doch langsam aber sicher haben Touristen aus aller Welt, die Inder selbst und sehr viele Arbeiter Leh als Touristenort und Arbeitsstelle entdeckt. Leh ist daher international beeinflu\u00dft und wird frequentiert von vielen Trecking- und Backpacker-Abenteurern aus der ganzen Welt. Nach und nach haben sich Hotels, Guesthouses, Cafes und auch gute Restaurants etabliert.<\/p>\n<p>Von Leh (&lt;span style=&#8220;border-width: 0px; padding: 0px; margin: 0px;&#8220;&gt;3500 &lt;abbr title=&#8220;H\u00f6he \u00fcber dem Meeresspiegel&#8220;&gt;m&lt;\/abbr&gt;&lt;\/span&gt; Meeresh\u00f6he) windet sich die gr\u00f6\u00dftenteils asphaltierte Stra\u00dfe 39 Kilometer lang zum Kardung-Pass, der das Industal mit dem vom Shyok durchflossenen Nubra Tal verbindet. Wegen des Grenzkonflikts Indiens mit Pakistan und China (strategisch wichtiger Punkt ist der Siachen-Gletscher im Karakorum) wird die Stra\u00dfe fast ganzj\u00e4hrig vor allem f\u00fcr Milit\u00e4rfahrzeuge ger\u00e4umt und offengehalten. Auf halber Strecke passiert man einen Kontrollpunkt der indischen Armee (South Pullu), wo dem Reisenden die Einreisepapiere abverlangt werden. (Den Permit bzw. die Reisegenehmigung f\u00fcr sieben Tage erh\u00e4lt man f\u00fcr ca. 100 Rupien \u00fcber diverse Reiseb\u00fcros in Leh.) Weiter f\u00fchrt die Stra\u00dfe, die oft auch im Sommer durch Schneef\u00e4lle und wegen der schlechten Bereifung der Fahrzeuge schwer passierbar ist, bis hinauf zur Passh\u00f6he, von wo aus man den ersten Blick auf das Karakorum-Gebirge hat.<\/p>\n<p>Die Eroberung des Kadung La ist der plakative H\u00f6hepunkt unserer DANE TROPHY TRANSHIMALYA 2014. Denn immerhin kann man sp\u00e4terhin verk\u00fcnden, man war mit dem Motorrad auf dem h\u00f6chsten befahrbaren Pa\u00df der Welt. Ich \u00fcberlasse daher an dieser Stelle gerne die Beschreibung der Auffahrt und seiner Eindr\u00fccke einem der Teilnehmer der diesj\u00e4hrigen Tour: Eberhard &#8222;Ebbse&#8220; Hermann, Motorradjournalist und Herausgeber der Zeitschrift WHEELIES:<\/p>\n<p>&#8222;Sichtlich erholt und gut gelaunt verlassen wir nach 2 Tagen unser tolles Hotel. Weiche Matratzen, im Gegensatz zu mancher Fakirmatratze in Form einer gef\u00fchlten \u00fcberzogenen Zimmert\u00fcre, ger\u00e4umige Dusche mit warmen Wasser, im Gegensatz zu \u201eEimerdusche\u201c mit flie\u00dfend Kaltwasser und Toilette ohne abgez\u00e4hlte Klopapierbl\u00e4tter und Messbechersp\u00fclung hatten sicht- und riechbare positive Spuren an so manchen Stellen unserer geschundenen K\u00f6rper hinterlassen. Die Krankenhausbesucher waren auch wieder an Bord. Die Innenansicht des Krankenhauses in Leh entwickelte ungeahnte Selbstheilungskr\u00e4fte und so starteten wir zur Erst\u00fcrmung des Khardung La, welcher eines meiner ganz pers\u00f6nlichen Ziele und mein ganz pers\u00f6nlicher H\u00f6hepunkt und Pr\u00fcfstein im Sinne \u201eGeht nicht gibt\u2019s nicht\u201c, war!!<\/p>\n<p>\u201e50 km bis zur Passh\u00f6he\u201c stand auf dem riesigen und einzigen Wegweiser am Stadtende von Leh. Einige Kilometer legten wir auf den nun schon gewohnten unbefestigten Pistenoberfl\u00e4chen aller Art zur\u00fcck. Viele Stra\u00dfenarbeiter und besonders Arbeiterinnen sorgen in den wenigen schneefreien Monaten daf\u00fcr, dass der Pass wenigstens einigerma\u00dfen an besonders feuchten und abrutschgef\u00e4hrdeten Passagen befahrbar bleibt. Ganze Kolonnen Steineklopfer schlagen mit ihren H\u00e4mmern, mehr besitzen die wirklich nicht, gro\u00dfe Granitsteine zu kleineren Schottersteinen und andere wiederum die kleinen zu noch kleineren Steinen, um diese dann per Hand wieder in besonders schlammige und weiche Stellen der Piste einzubauen. Frauen, M\u00e4nner und, so weh es meinem Herzen auch getan hat, Kinder, die oftmals mit dem kleinen Geschwisterchen auf dem R\u00fccken ihrem Vater oder Mutter geholfen haben um ihr t\u00e4gliches Essen zu verdienen. Ich h\u00e4tte heulen k\u00f6nnen \u00fcber das, was ich gesehen habe und \u00fcber das, wor\u00fcber wir \u00fcbersatten Europ\u00e4er uns unterhalten, und was uns angeblich noch alles fehlt!!! Auch oder ganz besonders diese Eindr\u00fccke und Anblicke werde ich mein restliches Leben nie mehr vergessen! Pl\u00f6tzlich endet, wie abgeschnitten, die schl\u00fcpfrige Piste und eine top geteerte, zwar sehr schmale und sehr kurvige, nat\u00fcrlich ohne jegliche Leitplanken oder anderweitige Absturz bewahrende Hilfsmittel tolle Stra\u00dfe, l\u00e4sst auf den n\u00e4chsten 25 km richtig Fahrspa\u00df aufkommen. Wir passieren einen letzten milit\u00e4rischen Checkpoint ca. 15 km vor der Gipfelh\u00f6he und da endet auch die tolle Fahrstra\u00dfe und geht wieder in eine schl\u00fcpfrige Piste \u00fcber. Das Milit\u00e4r versucht hier, um seine gro\u00dfen LKW Kolonnen und die anderen LKWs besser und schneller auf und \u00fcber die enge Passh\u00f6he zu bekommen, die Stra\u00dfe mehr oder weniger erfolgreich zu verbreitern. Hunderte LKWs dr\u00fccken tiefe Spuren in den oftmals aufgeweichten Untergrund. Nicht selten kommt es vor, dass der gewaltige, nasse Berghang einfach die Stra\u00dfe versch\u00fcttet. Es sind zwar immer gro\u00dfe Raupen in Bereitschaft, aber auch die k\u00f6nnen nicht alles beseitigen. So schinden sich die LKWS und wir uns mit den Motorr\u00e4dern oftmals im Schritttempo durch den Schlamm und den Schotter im vollen Abgasstrom der unter Volllast vor uns fahrenden LKWs gen Passh\u00f6he. Blindes \u00fcberholen auf der Bergseite durch die schwarze Russwolke ist oftmals die einzige Chance um nicht in der Abgaswolke zu ersticken. 2 km vor der Gipfelh\u00f6he stauen sich die LKWs zu einer riesigen Schlange, denn es ist am Gipfel so eng, dass sich der Verkehr nur wirklich zentimeterweise an den Fahrzeugen an sich, und am Abgrund entlang aneinander vorbei zw\u00e4ngen. Eines ist hier wohl unbestritten: am Khardung La ist zumindest der h\u00f6chste LKW Stau der Erde.<\/p>\n<p>Wir haben es geschafft!! \u00dcber Felsen, durch Schlamm und Ger\u00f6ll haben wir uns bis auf die Passh\u00f6he durchgefr\u00e4st!!<\/p>\n<p>Yeahhh wir stehen auf dem Khardung La, auf 5600 m H\u00f6he.<\/p>\n<p>Wir haben eines unserer Ziele erreicht und darauf k\u00f6nnen alle schon etwas stolz sein!! Wir ben\u00f6tigen keines der auf der Passh\u00f6he bereitstehenden Sauerstoffzelte, obwohl nicht jeder mit der H\u00f6he problemlos zurecht kam. Reinhold \u201eJointi\u201c steckte sich auch auf dieser H\u00f6he seine gewohnte Zigarette an, w\u00e4hrend \u201eKawa\u201c unser Racer \u00fcber massive Seh- und Magenprobleme klagte, was mich sofort veranlasste mit ihm schnellstm\u00f6glich die H\u00f6he zu verlassen. Nach einigen Hundert H\u00f6henmetern gen Tal und einer ausgiebigen Magenentleerung unterwegs, schaltete auch \u201eKawas\u201c K\u00f6rper wieder in den Normalmodus und zur Belohnung seiner erlittenen Strapazen gab\u2019s beim Abendessen in Leh schon wieder das nun schon gewohnte Kingfisher Bier.<\/p>\n<p>Von nun an ging\u2019s bergab, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir hatten den h\u00f6chsten Pass unserer Dane Trans Himalaya Tour bezwungen! Alles was jetzt noch an P\u00e4ssen auf dem Weg entlang des fruchtbaren Indus Tales \u00fcber Lamayuru und Kargil nach Srinagar kam, war einiges niedriger an H\u00f6henmetern, aber daf\u00fcr einiges fahrtechnisch schwieriger und anspruchsvoller als manches bisherige!<\/p>\n<p>Ich bin viel auf der Welt mit dem Motorrad unterwegs. Atemberaubender, h\u00e4rter und h\u00f6her wird es nicht mehr werden. Eine Tour des Lebens!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aaaaah. 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