{"id":1965,"date":"2014-09-25T09:48:00","date_gmt":"2014-09-25T09:48:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/?p=1965"},"modified":"2015-06-25T12:00:36","modified_gmt":"2015-06-25T12:00:36","slug":"tag-13-gehts-eigentlich-noch-besser-ja-es-geht-der-fotu-la-pass-ins-kaschmirtal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/tag-13-gehts-eigentlich-noch-besser-ja-es-geht-der-fotu-la-pass-ins-kaschmirtal\/","title":{"rendered":"Tag 13: Geht\u00b4s eigentlich noch besser?"},"content":{"rendered":"<p>Ja, es geht: Der Fotu La Pass ins Kaschmirtal.<!--more--><\/p>\n<p>Heutiger Bericht von unserem DANE TROPHY Teilnehmer und Motorrad Journalist Eberhard &#8222;Ebbse&#8220; Hermann, dem Herausgeber der Zeitschrift &#8222;WHEELIES&#8220;.<\/p>\n<p>Moti und seine Crew weckten uns schon vor 6 Uhr am n\u00e4chsten Morgen mit den laufenden Enfield Motoren. Die letzte und schwierigste, bestimmt auch in mancherlei Hinsicht gef\u00e4hrlichste Etappe von ca. 200 km bis Srinagar lag vor uns. Eine der gr\u00f6\u00dften Sorgen von Guide Moti galt dem Wetter. Der Zoji La mit nur 3600m H\u00f6he ist bei Regen oder extremer N\u00e4sse bei normalem Menschenverstand unbefahrbar! Sollte es, wie des \u00d6fteren in der n\u00e4heren Vergangenheit schon geschehen, dann auch noch milit\u00e4rische Probleme zwischen den pakistanischen Moslems und den indischen Buddhisten geben, geht auch nix! Als 3. Unbekannte gab`s da noch einen eventuellen Einbahnverkehr von dem keiner vorher sagen konnte, wann er in welche Richtung offen ist. P\u00fcnktlich um 6 Uhr knattern wir durch Kargil in Richtung Srinagar. Die Einwohner schlafen teilweise auf dem Gehweg auf Erdh\u00e4ufen oder irgendwo im Ger\u00fcmpel und Abfall. Kurz nach Kargil kommen wir auf eine tolle kurvenreiche, fast Sardinien \u00e4hnliche Stra\u00dfe im Suru und Dras Tal. Unsere \u201eRacer-Gruppe\u201c kann sich nochmals richtig fahrerisch austoben, bevor die Stra\u00dfe nach 30 km wieder in die \u00fcbliche Rumpelpiste \u00fcbergeht. Die Besiedelung in dieser Hochebene besteht nur noch aus Nomaden und nat\u00fcrlich dem Milit\u00e4r, das hier schon in Bunkern und festen Stellungen pr\u00e4sent ist. Kurz hinter dem Nomadendorf Dras dann wieder Zwangshalt an einem milit\u00e4rischen Checkpoint und danach fast endlos lange LKW Milit\u00e4rkolonnen, bevor es nun endg\u00fcltig viele Kilometer in der Dras Steppe und Hochebene vorbei an Nomaden, Ziegen, Schafen und Pferden geht.<\/p>\n<p>Kein Dorf etc. nur einsame Nomadenzelte und die Stra\u00dfe wird immer mehr zur Schotter- und Staubpiste. Die Piste ist eigentlich nur noch einspurig befahrbar und nach einer engen Biegung sehen wir sie: Die Stra\u00dfe des Todes &#8211; der Zoji La Pass &#8211; direkt vor uns. Es gibt kein Zur\u00fcck und wir haben in 2-facher Hinsicht Gl\u00fcck. Es regnet nicht und somit ist der Pass mit gr\u00f6\u00dfter Vorsicht befahrbar und unsere Fahrtrichtung ist offen. Der Gegenverkehr darf erst Stunden sp\u00e4ter in unsere Richtung fahren. Eine dicke Staubschicht mit allen m\u00f6glichen darunter verborgenen Gemeinheiten wie Felsbrocken etc. bedeckt die \u00e4u\u00dferst schmale und kurvenreiche Piste. Gef\u00e4lle mit bis zu 25% machen das ganze besonders f\u00fcr LKWS und ihren Fahrern zum Spiel mit dem Leben. \u201eSchauen sie m\u00f6glichst nicht in den Abgrund, denn da liegen nicht wenige total zertr\u00fcmmerte LKWS&#8230;steht in einem Reisef\u00fchrer. \u00dcbrigens besitzen nach Aussage von Moti nicht mal die H\u00e4lfte der LKW Fahrer einen F\u00fchrerschein. Daf\u00fcr umso mehr Mut! Eventuelle F\u00fchrerscheinkontrollen werden mit 100 Ran=1,30 \u20ac auf dem kleinen Dienstweg geregelt. \u201eSpazieren schauen\u201c ist hier absolut kein Thema. Ab und zu ein Blick auf die hoch \u00fcber einem vorbeif\u00fchrenden Kehren kann allerdings sehr wichtig sein. Herunterst\u00fcrzende Felsbrocken oder im schlimmsten Fall ein LKW k\u00f6nnte durchaus von oben kommen! Den Popometer auf h\u00f6chste Gef\u00fchlsstufe eingestellt, denn Bremsen im falschen Augenblick wom\u00f6glich noch mit der falschen Bremse f\u00fchrt sehr leicht zum Sturz und ggf. zum Freiflug in die Tiefe. Fingerspitzengef\u00fchl und stramme Pobacken zum Zusammenklemmen sind hier Pflicht. Lockere 2 Stunden f\u00fcr 10 Kilometer bis ins Tal der sogenannten Indischen Schweiz. Wiederum schafften ALLE diese gro\u00dfe fahrerische Herausforderung! Die Enfields litten noch mehr als ihre Piloten. Wieder machte sich mancher Blinker und Spiegel selbstst\u00e4ndig. Jens brachte seine Enfield als Chopperumbau ins Tal. Erst als wir Jens beim Stopp im Tal auf seine \u201egechoppte\u201c Enfield ansprachen, bemerkte er, dass beide vorderen Standrohre um mindestens 30 Grad nach vorne gebogen waren!! Bei Dauerrumpeln \u00fcber Felsen und so manchem unfreiwilligen Sprung \u00fcber Betonkanten musste eine etwas h\u00e4rtere Landung dabei gewesen sein. Eigentlich fahruntauglich f\u00fcr die restlichen 50 km nach Srinagar. Aber nur eigentlich!! Motis Mechaniker-Crew wechselte innerhalb Rekordzeit mitten im stinkenden Abfall von Sonamarg, einem kleinen Dorf im ansonsten wundersch\u00f6n alpenl\u00e4ndischen Sind Tales, beide Standrohre mit Minimalwerkzeug aus. Nach 1 Std. war die Enfield wieder startklar f\u00fcr die restliche Strecke nach Srinagar! .<\/p>\n<p>Dank des ganzj\u00e4hrig reichlichen Gletscherwassers im Fluss Sind ist hier alles gr\u00fcn und f\u00fcr Mensch und Tier sehr fruchtbar. Apfel- Birnen \u2013 und Aprikosenb\u00e4ume, Walnussb\u00e4ume und edle Safranfelder sowie saftig gr\u00fcne Wiesen und Weiden s\u00e4umen die Stra\u00dfe nach Srinagar. Je n\u00e4her wir der Hauptstadt Kaschmirs kamen, desto gr\u00fcner wurde alles. Wir hatten bis dahin eigentlich nur gigantische Bergmassive mit \u00fcber 7000 m hohen Bergriesen, Stein-, Salz- und Sandw\u00fcsten gesehen. B\u00e4ume waren absolute Mangelware. Umso sch\u00f6ner nun die Strecke nach Srinagar. Wir schafften es nun tats\u00e4chlich auch mal als gesamte Gruppe geordnet nach Srinagar zu fahren. Hier den Anschluss zu verlieren, w\u00e4re sehr fatal gewesen, denn in den schmalen unz\u00e4hligen Stra\u00dfen wieder gefunden zu werden, w\u00e4re einem Wunder gleich gekommen. Und es funktionierte reibungslos! Das h\u00e4tte ich mir des \u00d6fteren so gew\u00fcnscht. Ich fand es einfach etwas respektlos, wenn man durch Bau- und Stra\u00dfenengstellen oder Ortschaften fegt, an deren Seitenr\u00e4ndern Menschen sitzen, arbeiten sich waschen oder etwas verkaufen und diese von unserem Staub und umherfliegenden Steinen bel\u00e4stigt oder gar getroffen werden. Das h\u00e4tte ich von jedem Einzelnen in Selbstentscheidung erwartet, ganz unabh\u00e4ngig davon, wie unser Guide Moti die Geschwindigkeit vorgibt! Wieder gab es milit\u00e4rische und nun auch noch \u201eprivate\u201c Wegezoll-Checkpoints auf dem Weg in die Stadt. Auf Grund des immer noch anhaltenden Kaschmir Konflikts zwischen Indien und Pakistan herrscht hier an jeder Stra\u00dfenecke noch \u201eKriegszustand\u201c in Form von voll aufmunitionierten Soldaten. Die Angst vor moslemischen Terroristen aus Pakistan ist in Srinagar nach wie vor sehr hoch. Wir wohnten 2 Tage in herrlich eingerichteten Hausbooten, v\u00f6llig unbehelligt auf dem gro\u00dfen Dal See. Mit Ruder- oder Stocherbooten wurden wir samt Gep\u00e4ck \u00fcber den See zu unseren schwimmenden Hotelzimmern gerudert. Ein ganz besonders entspannendes Erlebnis nach nunmehr 14 Tagen Abenteuer pur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, es geht: Der Fotu La Pass ins Kaschmirtal.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":1966,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1965"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1965"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1965\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1972,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1965\/revisions\/1972"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1966"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1965"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1965"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.motoport.de\/dane-trophy\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}