muss ich davon ausgehen, dass ich in 24 Jahren
wieder auf die Bilder aus diesem Bericht blicken
und mich über die BMW, meine Frisur und mich
selbst wundern werde.
Diesmal weiß ich aber immerhin, dass es so kom-
men wird und reflektiere daher etwas intensiver,
das was wir gerade so tun und was ich gerade so
fahre.
Und genau wie der Besuch der Olympischen Spiele
1992, kann ich aktuell sagen: Es fühlt sich gerade
ziemlich richtig an, denn es macht richtig Spass.
Wie ich es in 24 Jahren sehe, will ich gar nicht
wissen.
Mittlerweile habe ich gelernt, dass das Leben aus
Veränderungen besteht.
Und eine BMW R100R läßt sich einfach verändern.
Jeden Winter aufs Neue.
Und wie das Leben auch. Bei genauer Betrachtung
wird sie immer besser.
www.motmagazine.deAus all diesen Gründen mag ich mein Motorrad. Obwohl – oder
gerade weil – sie im Original so seltsam aussieht wie meine ko-
mische Perlenkette des Jahres 1992 oder meine noch komischere
Frisur.
Zum Glück kann man Motorräder ja ebenso ändern wie Frisuren.
Für Haare, Schmuck und Motorräder gilt auch in diesem Fall:
Weniger kann mehr sein.
Es war von Anfang an das Projekt, anhand dieser R100R zu
verdeutlichen, dass aus allen, die 1992 von der Welt missverstan-
den wurden, noch etwas raus zu holen ist, wenn man bereit ist
zu Veränderungen. Aus der verlachten und geschmähten BMW
sollte noch etwas werden.
Am Ende des Prozesses sollte ein Motorrad stehen, dass eine
Reminiszenz ist an die ersten eigenen (Motorrad-)Jahre, als noch
alles den Zauber des Neuen hatte und nach Abenteuer duftete.
Trotzdem modern und auf der Höhe der Zeit. Und da die Zeiten
kompliziert sind, sollte sie einfach sein. Ursprünglich und unmit-
telbar. Und nicht zuletzt sollte sie Spass machen. Und so haben
Sven Svensson und ich halt jeden Winter ein bisschen dran rum
gebastelt. Und mit jedem Jahr wird sie anders und meistens sogar
schöner. Und im Moment ist sie auf dem Weg zum besten Motor-
rad, das ich jemals besaß.
Wenn ich nun die Erfahrung der vergangenen 24 Jahre reflektiere,
RETROTREND




